Meeresversauerung – Ursachen und Folgen
Seit der Industrialisierung hat der pH-Wert der Ozeane von etwa 8,21 auf 8,10 abgenommen – eine Änderung um 0,11 Einheiten entspricht einer Zunahme der H⁺-Ionenkonzentration um ca. 30%. CO₂ löst sich im Meerwasser und bildet Kohlensäure (H₂CO₃), die in Bikarbonat und Karbonat-Ionen dissoziiert. Die sinkende Konzentration an Karbonat-Ionen bedroht Korallen, Muscheln und andere kalkschalenbildende Organismen.
CO₂(g) + H₂O → H₂CO₃ → HCO₃⁻ + H⁺ → CO₃²⁻ + 2H⁺
pH ≈ pH_ref - log₁₀(CO₂_neu / CO₂_ref)
Löslichkeit steigt bei niedrigerer Temperatur
Häufig gestellte Fragen
Wie viel CO₂ absorbieren die Ozeane? Die Weltmeere absorbieren ca. 25–30% des vom Menschen emittierten CO₂ pro Jahr – etwa 2–3 Milliarden Tonnen CO₂ jährlich.
Ab welchem pH-Wert sind Korallen gefährdet? Unterhalb von pH 7,8 wird das Meerwasser für viele Kalzifizierungsorganismen aggressiv. Korallenskelette beginnen sich aufzulösen, wenn der Aragonitsättigungszustand unter 1 sinkt.
Wie unterscheidet sich die Versauerung in verschiedenen Meeresregionen? Polarmeere versauern schneller, da kaltes Wasser mehr CO₂ aufnimmt. Die Arktis wird voraussichtlich als erste Region aragonituntersättigt.
Kann Meeresversauerung rückgängig gemacht werden? Theoretisch ja, durch drastische CO₂-Reduktionen oder geo-engineering-Maßnahmen wie Alkalinisierung. Dies würde jedoch Jahrhunderte dauern, da die natürliche Pufferkapazität der Ozeane Zeit braucht.